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Wettkampfordnung (Poomse)

I) Regelwerk

1. Geltungsbereich

Die Wettkampfordnung für Poomse-Meisterschaften gilt für Wettbewerbe, die innerhalb der Deutschen Taekwondo Union von ihren Mitgliedern ausgetragen werden.
Sie soll ferner Grundlage für Begegnungen und Wettkämpfe mit artverwandten Disziplinen sein.
Der Zweck der Wettkampfordnung ist eine einheitliche Regelung aller technischen und organisatorischen Angelegenheiten, die bei der Durchführung eines Turniers zu beachten sind.


2. Allgemeines

2.1
Voraussetzung für die Teilnahme an einer Meisterschaft ist die Zugehörigkeit des Teilnehmers zur Deutschen Taekwondo Union, die durch den DTU-Pass anzuzeigen ist.

2.2
Abweichende Regelungen bedürfen der vorherigen entsprechenden Ausschreibung oder der Genehmigung durch die Wettkampfleitung.

2.3
Bei Wettkämpfen auf Bundesebene ist die Graduierungsvoraussetzung zur Teilnahme an Meisterschaften im Seniorenbereich der 2. Kup.

2.4
Bei Wettkämpfen auf Bundesebene ist die Graduierungsvoraussetzung zur Teilnahme an Meisterschaften im Jugendbereich der 4. Kup. Eine Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten muss vorliegen.

2.5
Die TeilnehmerInnen haben vor Wettkampfbeginn ihren Gesundheitszustand durch eine sportärztliche Eintragung in ihren DTU-Pass (bzw. durch ein in den Pass eingelegtes separates ärztliches Attest) gegenüber der Wettkampfleitung nachzuweisen. Die sportärztliche Eintragung hat 1 Jahr Gültigkeit.

2.6
Gegenüber dem Kampfgericht bzw. der Wettkampfleitung ist nur 1 Person vertretungsberechtigt. Diese kann an einem Auslosungsverfahren teilnehmen.

2.7
Die Bekleidung der TeilnehmerInnen besteht aus einem sauberen, sich in einem guten Zustand befindlichen weißen Dobok. Teilnehmerinnen können ein weißes T-Shirt unter der Jacke tragen.

2.8
Die TeilnehmerInnen dürfen keine zusätzlichen (im Sinne von: auffallend, groß, lose) Gegenstände wie Uhren, Halsketten o. Ä. tragen (tolerierbar ist z.B.: Ehering, Ohrstecker, Haarklammer).


3. Qualifikation

Eine Qualifikation zur Teilnahme an Deutschen bzw. Internationalen Deutschen Meisterschaften ist erforderlich.
Näheres regeln die jeweiligen Ausschreibungen.


4. Wettkampfbereich/Wettkampffläche

4.1
Der Wettkampfbereich (s. Anhang) ist 10 m x 10 m groß. Die Wettkampffläche (s. Anhang) ist 8 m x 8 m groß. Beide können bei Erfordernis (z.B. bei Synchronläufen) vergrößert werden.

4.2
Die Jury befindet sich mittig ca. 1 m vor dem Wettkampfflächenquadrat.

4.3
Die Punktrichtertische begrenzen das Wettkampfflächenquadrat, wobei jeweils drei an der linken und rechten Seite, sowie einer an der Stirnseite der Wettkampffläche aufgestellt sind (schräg in den 4 Ecken; gerade und mittig auf der linken und rechten Seite, sowie auf der Stirnseite).

4.4
Ein Startpunkt, der durch eine farbige runde Klebefläche markiert ist, befindet sich - mittig zu den Seiten - im Abstand von 6 m von der Jury innerhalb der Wettkampffläche. Der Startpunkt hat einen Durchmesser von 50 cm (alternativ kann ein aufgeklebtes Kreuz mit 50 cm Streifenlänge verwendet werden).

4.5
Ein Eintrittspunkt, der durch ein aufgeklebtes Kreuz markiert ist, befindet sich an der Wettkampffläche. Diese Eintrittsmarkierung richtet sich nach den Hallengegebenheiten, sollte aber möglichst an der Stirnseite der Wettkampffläche liegen. Die Klebestreifen haben eine Länge von 40 cm.

4.6
Die Tische der Jury und der Punktrichter grenzen den Wettkampfflächenbereich ein.


5. Kampfgericht

5.1
Das Kampfgericht setzt sich aus der Jury und dem Punktgericht zusammen.

5.2
Die Jury besteht aus der Wettkampfflächenleitung (LeiterIn und ggf. Vertretung). Assistenten/-innen (ohne Stimmrecht) können die Jury unterstützen. Die Jury ist für die Koordinierung des Kampfgerichts, der Listenführung sowie der Errechnung des jeweiligen Punkteergebnisses der von den Punktrichtern gegebenen Bewertungen zuständig. Der Sitz der Jury ist vor der Wettkampffläche.

5.3
Das Punktgericht setzt sich aus 7 PunktrichterInnen zusammen, die um die Wettkampffläche herum an ihren Tischen sitzen und diese begrenzen (jeweils drei an der linken bzw. rechten Seite, einer an der Stirnseite der Wettkampffläche). Das Punktgericht kann bei Bedarf reduziert werden.

5.4
Das Kampfgericht vertritt die DTU nach außen und hat deshalb auf die Einhaltung der Wettkampfordnung und auf die korrekte Abwicklung des Meisterschaftsablaufs zu achten. Das Kampfgericht sollte auf Bundesebene nach Möglichkeit bundeslandparitätisch zusammengesetzt sein. Mitglieder des Kampfgerichts, die sich nicht an die korrekte Meisterschaftsabwicklung bzw. Handhabung der Wettkampfordnung halten, können nach Ermahnung durch die Wettkampfleitung - nach Abschluss eines Klassenwettbewerbs - vom weiteren Verlauf der Meisterschaft durch diese befreit werden.

5.5
Keine der in der Wettkampfleitung oder im Kampfgericht tätigen Personen darf gleichzeitig als TeilnehmerIn oder BetreuerIn an der jeweiligen Meisterschaft mitwirken.

5.6
Die offizielle Kampfrichterkleidung besteht aus einem dunkelblauen Sakko, grauer Hose, weißem Hemd, weißen Socken, einer dunkelblauen Krawatte sowie hellen (weiß) Hallensportschuhen. Kampfrichterinnen ist es gestattet, anstatt Hemd und Krawatte eine Bluse und ein Tuch zu tragen.


6. Wettbewerbe

6.1
Zur Austragung kommen folgende Wettbewerbe:

1. Einzellauf der Damen
2. Einzellauf der Herren
3. Einzellauf der weiblichen Jugend
4. Einzellauf der männlichen Jugend
5. Paarlauf Dame/Herr
6. Paarlauf weibliche/männliche Jugend
7. Synchronlauf der Damen
8. Synchronlauf der Herren
9. Synchronlauf der weiblichen Jugend
10. Synchronlauf der männlichen Jugend
6.2
Es erfolgt darüber hinaus eine Vereins- sowie eine Länderwertung.

6.3
Paar- und Synchronmannschaften können aus TeilnehmerInnen von verschiedenen Vereinen bzw. Bundesländern (vereins-/bundeslandübergreifend) zusammengesetzt sein.
Bei der Meldung muss auf der Startkarte angegeben sein, für welchen Verein bzw. welches Bundesland gestartet wird.


7. Klasseneinteilungen

7.1 Einzelwettbewerb der Damen
Mindestalter 18 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 18 bis einschließlich 27 Jahre
Klasse B: ab 28 bis einschließlich 34 Jahre
Klasse C: ab 35 bis einschließlich 41 Jahre
Klasse D: ab 42 Jahre
7.2 Einzelwettbewerb der Herren
Mindestalter 18 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 18 bis einschließlich 27 Jahre
Klasse B: ab 28 bis einschließlich 34 Jahre
Klasse C: ab 35 bis einschließlich 41 Jahre
Klasse D: ab 42 bis einschließlich 48 Jahre
Klasse E: ab 49 Jahre
7.3 Einzelwettbewerb der weiblichen Jugend
Mindestalter 14 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 14 bis einschließlich 15 Jahre
Klasse B: ab 16 bis einschließlich 17 Jahre
7.4 Einzelwettbewerb der männlichen Jugend
Mindestalter 14 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 14 bis einschließlich 15 Jahre
Klasse B: ab 16 bis einschließlich 17 Jahre
7.5 Paarwettbewerb Dame/Herr (1 Dame, 1 Herr)
Mindestalter 16 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 16 Jahre bis unendlich
Klasse B: ab 35 Jahre bis unendlich
Zur Klasse A (Leistungsklasse): alle StarterInnen mit einem Alter ab 16 Jahre und nach oben unbegrenzt können hier starten.
Zur Klasse B (Seniorenklasse): alle StarterInnen mit einem Alter ab 35 Jahre und nach oben unbegrenzt können hier starten.
Ein Doppelstart in Klasse A und B bzw. in der Jugendklasse ist nicht möglich.

7.6 Paarwettbewerb weibliche/männliche Jugend (1 Mädchen, 1 Junge)
Mindestalter 14 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 14 bis einschließlich 17 Jahre
7.7 Synchronwettbewerb der Damen (3 Wettkämpferinnen)
Mindestalter 16 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 16 Jahre bis unendlich
Klasse B: ab 35 Jahre bis unendlich
Zur Klasse A (Leistungsklasse): alle StarterInnen mit einem Alter ab 16 Jahre und nach oben unbegrenzt können hier starten.
Zur Klasse B (Seniorenklasse): alle StarterInnen mit einem Alter ab 35 Jahre und nach oben unbegrenzt können hier starten.
Ein Doppelstart in Klasse A und B bzw. in der Jugendklasse ist nicht möglich.

7.8 Synchronwettbewerb der Herren (3 Wettkämpfer)
Mindestalter 16 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 16 Jahre bis unendlich
Klasse B: ab 35 Jahre bis unendlich
Zur Klasse A (Leistungsklasse): alle StarterInnen mit einem Alter ab 16 Jahre und nach oben unbegrenzt können hier starten.
Zur Klasse B (Seniorenklasse): alle StarterInnen mit einem Alter ab 35 Jahre und nach oben unbegrenzt können hier starten.
Ein Doppelstart in Klasse A und B bzw. in der Jugendklasse ist nicht möglich.

7.9 Synchronwettbewerb der weiblichen Jugend (3 Wettkämpferinnen)
Mindestalter 14 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 14 bis einschließlich 17 Jahre
7.10 Synchronwettbewerb der männlichen Jugend (3 Wettkämpfer)
Mindestalter 14 Jahre (Datum des Geburtstages)
Klasse A: ab 14 bis einschließlich 17 Jahre


8. Austragungsmodus

8.1
Zur Austragung kommen die unter 6.1 genannten Wettbewerbe.

8.2
In allen Wettbewerben nach 6.1 werden auf Bundesebene 4 verschiedene Formen (s. Anhang) in 4 Durchgängen (je Durchgang 1 Form entsprechend dem Weiterkommen der TeilnehmerInnen) gelaufen.
1. Durchgang Pflichtform (s. Anhang)
2. Durchgang Kürform (s. Anhang)
3. Durchgang Kürform (s. Anhang)
4. Durchgang Wahlform (s. Anhang)
8.3
Im Hinblick auf die Einhaltung eines Zeitplanes und/oder bei geringen Teilnehmerzahlen kann die Wettkampfleitung anstelle von 4 Durchgängen auf bis zu 2 Durchgänge kürzen (s. Anhang).

8.4
Ein Punktgericht bewertet die gezeigte Form mittels Punktetafeln.

8.5
Eine Platzierung richtet sich nach der erreichten Gesamtpunktzahl durch Summierung der von den Punktrichtern gegebenen Noten aus allen Durchgängen, wobei die erreichte Punktsumme der jeweiligen Durchgänge in die folgenden Durchgänge übernommen wird.

8.6
Eine Wettbewerbsklasse wird in allen Durchgängen von einem Kampfgericht bewertet, dessen Besetzung unverändert bleibt. Ein Austausch des Kampfgerichts oder einzelner Mitglieder ist, falls keine Besonderheiten auftreten, nicht möglich.


9. Verhalten der WettkämpferInnen

9.1 Einzellauf
Der/die WettkämpferIn steht nach dem Voraufruf durch die Jury am markierten Eintrittspunkt der Wettkampffläche in disziplinierter Haltung.

Nach dem Hauptaufruf geht der/die WettkämpferIn vom Eintrittspunkt (nachdem er/sie der Jury oder dem/der PunktrichterIn Nr. 4 seine/ihre Form gemäß Startkarte/Wettkampfliste genannt hat) in die Wettkampffläche zum markierten Startpunkt und grüßt die Jury in der geschlossenen Fußstellung.

Der/die WettkämpferIn sagt seine/ihre Form laut und deutlich an. Diese muss mit der auf der Startkarte/Wettkampfliste angegebenen Form übereinstimmen.

Der/die WettkämpferIn verbleibt an dem Grußpunkt (oder geht [s.a. A1 bzw. falls es die Form erfordert] zu einem frei gewählten Startpunkt innerhalb der Wettkampffläche) und beginnt die Form unmittelbar danach durch Einnahme der Vorbereitungshaltung bzw. Startstellung.

9.2 Paarlauf
Beide Wettkämpfer stehen nach dem Voraufruf durch die Jury am markierten Eintrittspunkt der Wettkampffläche hintereinander in disziplinierter Haltung.

Nach dem Hauptaufruf gehen beide Wettkämpfer vom Eintrittspunkt (nachdem sie der Jury oder dem/der PunktrichterIn Nr. 4 ihre Form gemäß Startkarte/ Wettkampfliste genannt haben) hintereinander in die Wettkampffläche, stellen sich nebeneinander links und rechts vom markierten Startpunkt auf und grüßen die Jury in der geschlossenen Fußstellung.

Ein/e WettkämpferIn sagt die Form laut und deutlich an. Diese muss mit der auf der Startkarte/Wettkampfliste angegebenen Form übereinstimmen.

Beide Wettkämpfer verbleiben entweder an den Grußpunkten (oder gehen [s.a. A1 bzw. falls es die Form erfordert] zu frei gewählten Startpunkten innerhalb der Wettkampffläche) und beginnen ihre Form unmittelbar danach durch Einnahme der Vorbereitungshaltung bzw. Startstellung.

9.3 Synchronlauf
Die WettkämpferInnen stehen nach dem Voraufruf durch die Jury am markierten Eintrittspunkt der Wettkampffläche hintereinander in disziplinierter Haltung.

Nach dem Hauptaufruf gehen die WettkämpferInnen vom Eintrittspunkt (nachdem sie der Jury oder dem/der PunktrichterIn Nr. 4 ihre Form gemäß Startkarte/Wettkampfliste genannt haben) hintereinander in die Wettkampffläche, stellen sich nebeneinander auf (der/die mittlere WettkämpferIn stellt sich auf den markierten Startpunkt) und grüßen die Jury in der geschlossenen Fußstellung.

Ein/eine WettkämpferIn sagt die Form laut und deutlich an. Diese muss mit der auf der Startkarte/Wettkampfliste angegebenen Form übereinstimmen.

Die WettkämpferInnen verbleiben an den Grußpunkten (oder gehen [s.a. A1 bzw. falls es die Form erfordert] zu frei gewählten Startpunkten innerhalb der Wettkampffläche) und beginnen ihre Form unmittelbar danach durch Einnahme der Vorbereitungshaltung bzw. Startstellung.

9.4 Einzel-/Paar-/Synchronlauf
Der Beginn und das Ende der jeweiligen Vorführung erfolgt ohne Kommando durch die Jury.

Der Formenlauf beginnt mit der Einnahme der Vorbereitungshaltung bzw. Startstellung für die jeweilige Form.

Nach Beendigung der jeweiligen Vorführung verbleiben die Wettkämpfer-Innen an oder gehen zu ihren Grußpunkten, nehmen eine freie disziplinierte Haltung ein und warten die Wertung ab.

Nach Bekanntgabe der Wertung grüßen die WettkämpferInnen die Jury und verlassen danach entsprechend ihrem Eintritt die Wettkampffläche am markierten Eintrittspunkt.


10. Durchgänge

10.1 Vorlauf
Zur Festlegung eines Bewertungsniveaus können bis zu 3 TeilnehmerInnen aus den jeweiligen Wettbewerbsklassen ausgelost oder festgelegt werden, die vor dem 1. Durchgang eine frei gewählte Form laufen. Die PunktrichterInnen bewerten diese gezeigten Formen durch eine verdeckte Wertung. Nach jedem Vorlauf führen die jeweiligen Punktrichterteams unter Leitung des/der Wettkampfflächenleiters/-leiterin (oder Vertretung) eine kurze Wertungsbesprechung durch.

10.2 1. Durchgang / Pflicht-Formenlauf
(die Reihenfolge der StarterInnen wird ausgelost)

Alle WettkampfteilnehmerInnen im Einzellauf, im Paarlauf und im Synchronlauf laufen ihre erste Form (Pflichtform, s. Anhang A3).

10.3 2. Durchgang / 1. Kür-Formenlauf
(die Reihenfolge der StarterInnen wird ausgelost)

Die 20 punkthöchsten WettkampfteilnehmerInnen aus dem vorausgegangenen Durchgang im Einzellauf, im Paarlauf und im Synchronlauf laufen ihre zweite Form (Kürform, s. Anhang A3).

10.4 3. Durchgang / 2. Kür-Formenlauf
(die Reihenfolge der StarterInnen wird ausgelost)

Die 10 punkthöchsten WettkampfteilnehmerInnen aus den beiden vorausgegangenen Durchgängen im Einzellauf, im Paarlauf und im Synchronlauf laufen ihre dritte Form (Kürform, s. Anhang A3).

10.5 4. Durchgang / Wahl-Formenlauf / Endlauf
(die Reihenfolge der StarterInnen wird ausgelost)

Die 5 punkthöchsten EndkampfteilnehmerInnen aus den drei vorausgegangenen Durchgängen im Einzellauf, im Paarlauf und im Synchronlauf laufen ihre vierte Form (Wahlform, s. Anhang A3).

10.6 Punktegleichstand
Liegt nach dem Ende der Durchgänge 1 bis 3 Punktgleichheit zwischen sich für den nächsten Durchgang qualifizierenden StarterInnen vor, werden alle betroffenen WettkämpferInnen (20, 10 bzw. 5 WettkämpferInnen plus punktgleiche StarterInnen) in den nächstfolgenden Durchgang übernommen.

Liegt nach dem Endlauf Punktgleicheit vor, führen die betroffenen WettkämpferInnen zur Ermittlung des Endergebnisses (Plätze 1 bis 5) ein Stechen durch. Es ist 1 Form zu laufen, wobei aus den gezeigten Formen der bisherigen Durchgänge ausgewählt werden kann (bei 4 Durchgängen Auswahl aus 4 Formen; bei 3 Durchgängen Auswahl aus 3 Formen; bei 2 Durchgängen Auswahl aus 2 Formen).

10.7 1. - 4. Durchgang
Alle 4 Durchgänge einer Wettbewerbsklasse werden nacheinander ausgetragen (sofern die jeweilige Ausschreibung nicht etwas anderes vorgibt bzw. Besonderheiten der Meisterschaft Berücksichtigung finden).

Die geforderten 4 verschiedene Formen sind in der Startkarte anzugeben und gelten für die jeweiligen Durchgänge als verbindlich.

1 Wiederholung ist bei allen Vorführungen gestattet, wobei allerdings ein Punktabzug (s. Anhang A5) vorgenommen wird.


11. Bewertung

11.1 Wertungsablauf
Die Bewertung erfolgt als offene Wertung mittels Punkte-/Wertungstafeln oder elektronischer Anzeige.

Die Jury wartet, bis die PunktrichterInnen nach beendeter Vorführung durch Ergreifen der Wertungstafeln ihre Bereitschaft zur Bewertung anzeigen und fordert diese sodann zum gleichzeitigen Ziehen der Punktetafeln auf.

Die PunktrichterInnen ergreifen nach beendeter Vorführung und Einnahme einer freien disziplinierten Haltung durch die WettkämpferInnen mit der rechten Hand die volle, mit der linken Hand die Zehntel-Punktzahl und warten auf die Aufforderung zum Vorzeigen ihrer Bewertung. Nach der Aufforderung zeigen alle PunktrichterInnen ihre Bewertung gleichzeitig in Richtung Jury. Nach Aufnahme der Bewertungen in der PunktrichterInnenreihenfolge 1 bis 7 durch die Jury werden die Wertungstafeln zurückgelegt.

11.2 Punktvergabe
Bewertet wird die jeweilige Vorführung unter Beachtung des Bewertungsschlüssels (s. Punkt 11.3), der Bewertungskriterien (s. Punkt 11.4 und Anhang) sowie evtl. zu berücksichtigender Punktabzüge (s. Anhang).

Über die Punktabzüge entscheiden die PunktrichterInnen in eigener Verantwortung, wobei Hinweise hierauf von den Mitgliedern des Kampfgerichts gegeben werden können.

Die Punktvergabe erfolgt mit bis zu maximal 10 Punkten. Zwischenwertungen werden durch 1/10 Punkte vergeben.

Die Bewertungen der PunktrichterInnen werden addiert, wobei die höchste und die niedrigste Bewertung gestrichen wird.

11.3 Bewertungskriterien
Die Bewertung einer gezeigten Form erfolgt unter Berücksichtigung von Bewertungskriterien, wobei im Mittelpunkt der Bewertung der Gesamteindruck des Vortrages (s. Anhang) steht.

Hauptbewertungskriterien sind Bewegung, Diagramm, Dynamik, Flüssigkeit, Konzentration, Kraft und Rhythmus; hinzu kommt beim Paar- und Synchronlauf Synchronismus (s. Punkt 11.4 Bewertungsschlüssel bzw. Anhang).

Nebenkriterien (s. Anhang, Stoff-/Stichwort-Sammlung von Hilfs- und Merkpunkten) dienen der näheren Definition bzw. Präzision der Hauptbewertungskriterien.

11.4 Bewertungsschlüssel/Bewertungsklassen

  • bis 4.0 Punkte: ungenügende Leistung
    Falsche Ausführung mit guter Technik, z.B. Zusammenlegen von zwei Formen.

  • 4.1 - 5.0 Punkte: mangelhafte Leistung
    Richtiges Diagramm, schlechte Technik, kein Rhythmusgefühl, schwache Konzentration. Schwache Synchronisation.

  • 5.1 - 6.0 Punkte: ausreichende Leistung
    Richtiges Diagramm, mangelhafte Technik, schlechtes Rhythmusgefühl, schlechte Konzentration. Schlechte Synchronisation.

  • 6.1 - 7.0 Punkte: befriedigende Leistung
    Richtiges Diagramm, ausreichende Technik, gutes Rhythmusgefühl, ausreichende Kraft, Dynamik und Konzentration. Ausreichende Synchronisation.

  • 7.1 - 8.0 Punkte: gute Leistung
    Flüssige und gute Technik. Kraft, Dynamik, Exaktheit und Konzentration sind gut. Gute Synchronisation.

  • 8.1 - 9.0 Punkte: sehr gute Leistung
    Sehr flüssige und sehr gute Technik. Sehr gute Kraft, Dynamik, Exaktheit und Konzentration. Sehr gute Synchronisation.

  • 9.1 - 10.0 Punkte: hervorragende Leistung
    Sehr flüssige und ausgezeichnete Technik. Hervorragender Krafteinsatz, ausgezeichnete Dynamik, Exaktheit und Konzentration. Ausgezeichnete Synchronisation.


12. Unsportlichkeit

12.1
Begeht ein/eine WettkämpferIn eine Unsportlichkeit, so kann eine Sanktion ausgesprochen werden.

12.2
Das betroffene Kampfgericht (z.B. bei Begebenheiten im bzw. am jeweiligen Wettkampfbereich) oder die Wettkampfleitung (z.B. bei Begebenheiten außerhalb der Wettkampfbereiche) führt einen Vorschlag für eine Sanktionsmaßnahme herbei, der an das Protestkomitee weitergeleitet wird.

12.3
Das Protestkomitee trifft eine letztverantwortliche Entscheidung über die Zuerkennung bzw. die Art einer Sanktion.

12.4
Sanktionen sind: Ermahnung, Punktabzug, Disqualifikation sowie Startsperre (s. Anhang).


13. Protestverfahren

13.1
Proteste können nur schriftlich bei der Wettkampfleitung eingelegt werden, die diese an das Protestkomitee weiterleitet.

13.2
Das Protestkomitee wird von der Wettkampfleitung eingesetzt. Das Protestkomitee soll aus drei Personen bestehen. Es entscheidet durch Stimmenmehrheit. Der Bundesreferent für Kampfrichterwesen oder sein Beauftragter ist auf Bundesebene der Vorsitzende.

13.3
Der Protest ist grundsätzlich sofort nach Verkündung der Bewertung durch die dem Kampfgericht bzw. der Wettkampfleitung gegenüber vertretungsberechtigte Person zu erheben.

13.4
Proteste gegen eine Bewertung werden nur akzeptiert, wenn sie ein formelles Fehlverhalten eines Mitglieds des Kampfgerichts betreffen.

13.5
Videoaufzeichnungen sind als Beweismittel nicht zugelassen.

13.6
Das Protestkomitee trifft seine Entscheidung in schriftlicher Form spätestens bis zum Beginn nachfolgender Durchgänge.

13.7
Ein Einspruch gegen die Entscheidung des Protestkomitees ist nicht möglich, sie ist endgültig.


14. Auslegungsregel

Die Wettkampfregeln sind, falls während einer Meisterschaft Besonderheiten auftreten, die durch diese Ordnung nicht geklärt werden können, von der Wettkampfleitung im Einvernehmen mit dem Protestkomitee auszulegen.


15. Anhang

» Wettkampffläche

Wettkampffläche

S

=

Startpunkt

E

=

Eintrittspunkt

Wb

=

Wettkampfbereich

Wf

=

Wettkampffläche

J

=

Jury

P

=

PunktrichterIn 1 - 7

» Formennamen

» Pflicht-, Kür- und Wahlformen

» Kürzung von Durchgängen

Im Falle der Kürzung von Durchgängen kommen folgende Durchgänge zur Austragung:
bei 2 Durchgängen:

1. Durchgang (alle TeilnehmerInnen; Pflichtform)

4. Durchgang (5 TeilnehmerInnen; freie Auswahl aus den beiden Kürformen und der Wahlform)

bei 3 Durchgängen:

1. Durchgang (alle TeilnehmerInnen; Pflichtform)

3. Durchgang (10 TeilnehmerInnen; freie Auswahl aus den beiden Kürformen)

4. Durchgang (5 TeilnehmerInnen; freie Auswahl aus der verbleibenden Kürform und der Wahlform)

» Punktabzüge

Die PunktrichterInnen haben vor dem Vorzeigen ihrer Bewertungen evtl. zu berücksichtigende Punktabzüge vorzunehmen. D.h., bspw. bei Wiederholung, objektives Ergebnis abzüglich des entsprechenden Punktabzugs. Entsprechend ist bei anderen Punktabzugsmöglichkeiten zu verfahren.

Grundsätzlich ist ein Punktabzug folgendermaßen vorzunehmen und die Vorführung entsprechend dem Bewertungsschlüssel (s. Punkt 11.4) einzuordnen:

bei einem

leichten Fehler

....................................

0,1

Punkte

bei einem

mittleren Fehler

....................................

0,2

Punkte

bei einem

schweren Fehler

....................................

0,3 - 0,4

Punkte

bei einer

Wiederholung

....................................

0,5

Punkte



Beispiel A
Abgezogen werden

-

für kurzes, aber schnell behobenes Zögern im ansonsten flüssigen Ablauf

0,1

Punkte

-

für eine kurze Pause

0,2

Punkte

-

für eine deutliche Pause

0,3 - 0,4

Punkte

-

bei eindeutigem Anhalten/ Abbruch und 1 Wiederholung

0,5

Punkte



Beispiel B
Abgezogen werden

-

für einen momentanen, schnell behobenen Gleichgewichtsverlust

0,1

Punkte

-

für einen deutlichen Gleichgewichtsverlust

0,2

Punkte

-

für einen starken Gleichgewichtsverlust

0,3 - 0,4

Punkte

-

bei totalem Gleichgewichtsverlust/ hinfallen und 1 Wiederholung

0,5

Punkte



Beispiel C (für den Paar- bzw. Synchronlauf hinsichtlich fehlendem Synchronismus)
Abgezogen werden

-

leichter

Fehler = 1 - 2 Techniken nicht synchron

0,1

Punkte

-

mittlerer

Fehler = 3 - 5 Techniken nicht synchron

0,2

Punkte

-

schwerer

Fehler = mehr als 5 Techniken nicht synchron

0,3 - 0,4

Punkte



» Formvortrag
Wird die Form 2 x abgebrochen, ist der Leistungsanspruch nicht erbracht. Die Wertung ist 4,0 Punkte.

Die Wettkampfflächenleitung bricht einen Formvortrag ab oder lässt ihn wiederholen, wenn eine Form abweichend von der Startkarte/Wettkampfliste gezeigt wird (Durchgänge 1 - 4). Eine vorhergehende Korrektur durch die Wettkampfflächenleitung erfolgt nicht.

Punktabzugsmöglichkeiten (Beispiele):

-

die Form wird nicht angesagt

0,1

Punkte

-

eine falsche Form wird angesagt, jedoch die richtige Form lt. Startkarte/Wettkampfliste wird gelaufen

0,1

Punkte

-

die richtige Form wird lt. Startkarte/Wettkampfliste angesagt, jedoch eine falsche Form wird gelaufen = 1 Wiederholung

0,5

Punkte

-

eine falsche Form wird angesagt, eine falsche Form wird gelaufen = 1 Wiederholung

0,5

Punkte


Ständige Pressatmung

0,1 - 0,2

Punkte

Leichter Diagramm- bzw. Schrittfehler

0,1

Punkte

Nichterreichen des Ausgangspunktes

0,1 - 0,4

Punkte

» Sanktionen

Folgende Sanktionen können entsprechend dem Schweregrad der Unsportlichkeit gegenüber dem/der WettkämpferIn ausgesprochen werden:

bei einer

leichten

Unsportlichkeit:

Ermahnung und ggf. 0,1 - 0,2 Punktabzug

bei einer

schweren

Unsportlichkeit:

0,3 - 0,5 Punktabzug

bei einer

groben

Unsportlichkeit:

Disqualifikation und ggf. Startsperre



Der Punktabzug wird mit der Wertungsrichteranzahl, vermindert um die beiden Streichwertungen, multipliziert.

Eine Unsportlichkeit seitens des Coachs kann anstelle der aufgeführten Sanktionen ggf. zum Verweis vom Wettkampfbereich (oder bei entsprechendem Schweregrad aus der Halle) führen.

Die einfache Stimmenmehrheit der jeweiligen Gremien, die einen Beschluss über die Schwere der Sanktion fassen (die einzelnen Kampfgerichte und/oder die Wettkampfleitung, dann das Protestkomitee), entscheidet über die Art der Sanktion. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des jeweiligen Leiters den Ausschlag. Das Protestkomitee als übergeordnete und letztverantwortliche Instanz zur Gewährleistung eines einheitlichen und angemessenen Vorgehens kann ein Kampfgericht bzw. die Wettkampfleitung überstimmen.

Die ausgesprochene Sanktion wird durch die betroffene Jury öffentlich bekannt gegeben. Evtl. zugedachte Punktabzüge sind von der Jury in den Wettkampflisten vorzunehmen.

» Gesamteindruck des Vortrages

Der Gesamteindruck des Vortrages steht im Vordergrund der Bewertung. Die dargebotene Form soll grundschulmäßig, aber optimiert hinsichtlich der Effektivität der Techniken vorgetragen werden. Eine kämpferische Einstellung bzw. Ausstrahlung soll dargeboten werden (überzeugend, lebendig, glaubwürdig). Die einzelnen Techniken und ihr Verständnis sollen erkennbar sein. Deshalb sind klare, deutliche und exakte Techniken (klarer Angriff, klare Abwehr, klarer Stand) gefordert, welche die Form als "Kampf" mittels Kraft und Schnelligkeit in der Technik - rhythmisch/intervall-mäßig - demonstrieren (s.a. II/3).

Die einschlägigen Veröffentlichungen (Bücher, Videos) können als Grundlage für die Ausführung einer Form herangezogen werden. Mehr oder weniger geringfügige Abweichungen und Lehrmeinungen werden toleriert. Der überwiegende Technikcharakter der Form, der in Veröffentlichungen vorzufinden ist, bildet die Bewertungsgrundlage, d.h. die grundlegende Struktur einer Form muss erhalten bleiben. Einzelne in diesem Interpretationsrahmen ausgeführte Techniken - vorbehaltlich einer Verbandsvorgabe - sind somit nicht als "falsch" zu betrachten und führen somit nicht zu einer (Auf-/) Abwertung.

» Hauptbewertungskriterien
(allgemeine/neutrale Definition der Hbk)


  • Bewegung
    meint die Exaktheit/Genauigkeit bzw. die Sorgfalt in der Darstellung einer Bewegung und/oder einer Bewegungskoordination; die verwechslungsfreie Ausführung eines Bewegungsablaufs.

    => Stichworte: exakte, klare, deutliche Bewegungsausführung.

  • Diagramm
    meint die Richtigkeit/Genauigkeit der Bewegungsabfolge gemäß der Vorgabe mittels eines Schaubildes, welches Vorgänge oder Zusammenhänge graphisch-anschaulich darstellt.

    => Stichworte: korrekte Laufrichtungen, Start- bzw. Schlusspunkt.

  • Dynamik
    meint die kinetischen (durch Krafteinwirkung bewegend) und/oder die statischen (durch Kraftbedingungen stillstehend, ruhend) Bewegungsvorgänge; als Bewegungsdynamik das Zusammenspiel von inneren (muskulären) und äußeren (zu überwindenden) Kräften bei einem Bewegungsablauf.

    => Stichworte: schnelle (kraftvoll-explosiv) und langsame Elemente bzw. Passagen, Bewegungsausführung.

  • Flüssigkeit
    meint den Übergang von einer Bewegung und/oder eines Bewegungskomplexes zur/zum anderen.

    => Stichworte: rhythmisch fließende Bewegungen, harmonisch-einheitlicher Lauf.

  • Konzentration
    meint das aktive Gerichtetsein auf bestimmte körperliche und/oder geistige Tätigkeiten; als Aufmerksamkeit den Zustand des Bewusstseins; die geistige Anspannung.

    => Stichworte: Einstellung, Haltung, Ausstrahlung, Kampf.

  • Kraft
    meint die statische (haltende) und/oder die dynamische (überwindende, nachgebende) Muskelspannung; die maximale Größe (Maximal- bzw. Grundkraft) und die Schnelligkeit der Kontraktion (Schnell- bzw. Start-/Explosivkraft).

    => Stichworte: kraftvoll dynamische (schnelle) oder statische Ausführung, Krafteinsatz.

  • Rhythmus
    meint einen geregelten, periodischen Wechsel; die taktmäßige bzw. zeitlich und/oder inhaltliche Gliederung eines Bewegungsablaufs; eine dynamische Akzentuierung von Teilen eines Ablaufes, dessen Ordnung von einem angeforderten und/oder selbstgewählten Zeitschema bestimmt wird; die Ordnung im Verlauf gegliederter/rhythmischer Komplexe.

    => Stichworte: Kampfablauf, Technikkombinationen/Sequenzenbildung bzw. deren zusammenfassende Einheiten.

  • Synchronismus
    meint die Gleichzeitigkeit, den Gleichlauf, die zeitliche Übereinstimmung.

    => Stichworte: Einheitlichkeit, Geschlossenheit.

» Stoff-/Stichwort-Sammlung (Nebenkriterien)
(Nebenkriterien; Stoff-/Stichwort-Sammlung von Hilfs- und Merkpunkten zur näheren Präzisierung der Hauptbewertungskriterien bzw. zur Bestimmung des Gesamteindrucks)


Gesamteindruck, -bild

  • Ausstrahlung (positiv), Ausdruck/-skraft, Kampf, Sieges-, Durchhalte-, Erfolgswille, Entschlossenheit, Motivation, Einstellung, zielstrebiger/kämpferischer, beherrschter/sicherer Auftritt/Vortrag, mentale Stärke, bestimmend, siegessicher
  • Pep/Schwung/Elan/Spritzigkeit/lebendig (mit Dampf), athletisch
  • Harmonie, Ästhetik/Schönheit/Leichtigkeit, Eleganz, würdevoll, Grazie, Ruhe, Emotion/ -skontrolle (frei von Nervosität, Verkrampfung)
  • hohes Leistungs-, Technikniveau, Handlungsgenauigkeit/Beherrschung der Technik, optimale Intensität, technisch/effektive Perfektion, exakte Technikausführung, überzeugende Effizienz (keine Unsauberkeiten), höchste Vollendung
  • Demonstration einer totalen Körperkontrolle
  • Optik, persönliches Erscheinungsbild, ordentliche, gepflegte Gesamterscheinung
  • Vor- und nachher (Betreten der Wettkampffläche; Aufmarsch nicht [zu] militärisch; kein zu schnelles Startverhalten; keine langwierige, -atmige Anfangsprozedur mit grüßen und ansagen der Form)
  • Dobok, Größe (passend), frei von Modezeichen (keine übertriebene Anzahl von Aufnähern/ Abzeichen; allenfalls dezente Werbung und Schriftzüge)
  • keine großen, auffallenden, losen Schmuckstücke
  • Auftreten, diszipliniertes und sportliches Verhalten
  • Ansage nach Verbeugung (vor chunbi-sogi), Tonwahl (laut, aber kein übertriebenes Schreien, deutlich/verstehbar)

Kunst

  • Schauspiel, künstlerisch vorgetragen
  • Glaubhaftigkeit, Lebendigkeit
  • Individualität, Einzigartigkeit
  • Mimik ("ich schlage")
  • Augen (Entfernungseinstellung)
  • Aggressivität, kämpferisch-aggressiv, Beherrschung der "Kampf"situation

Technik

  • klarer Angriff (Angriffshandlung), klare Verteidigung (Verteidigungshandlung), Bewegungspräzision
  • Stand/Stellungen (Schrittlängen, unterscheidbar, exakt [nicht zu hoch, zu kurz, zu lang, falsch gebeugt stehen]), Fußfolge bzw. -setzung, Stellungswechsel, Drehungen (kein rutschen, keine Korrekturen)
  • nachvollziehbar, klar (keine Vernachlässigung), deutlich, sichtbar (keine zu schnelle Ausführung einer Technik), exakt/vollständig vom Start/Ansatz bis zum Ende/Einrasten, optisch verwechslungsfrei, unterscheidbar bzw. kraft- und wirkungsvoll (insbes. auch bei Folgetechniken)
  • Ausführungsrichtung (unten, oben, seitlich)
  • Spannung (Verhältnis zwischen Bewegungskraft und -schnelligkeit), Entspannung, Elastizität, Beweglichkeit/Leichtigkeit
  • Hand/Arm (Berücksichtigung der versch. Ausführungshöhen - Zielwahl der Techniken - innerhalb einer Form), Symmetrie (z.B. santul-makki), vollständiger Armeinsatz (Unter-/ Oberarm), korrekte Führung (z.B. palkup-pyojek-chigi), Blockbeschleunigung ab Augenhöhe aufwärts (wenn diese gekreuzt werden) bei langsamen Teilen
  • Fuß (keine Überkopf-/Spagattritte bei den trad. Formen; ansonsten ist die Höhe im Rahmen der Interpretationsmöglichkeit freigestellt); Fußkontrolle (angezogene Zehen, Fußballen, Ferse; pyojek-chagi)
  • Effizienz, Wirkung der Fußtechnik (keine bloße Demonstration der Technik/ Dehnung/Beweglichkeit durch z.B. hochheben bzw. zu hohe und/oder gehaltene Kicks), Demonstration von Kraft bzw. Kampf; Hüfteinsatz (keine Schnapp-/Schwungbewegungen), Standfuß (Drehung), Rückzugsphase, vollständige Bewegungskontrolle
  • Einheit von Fuß und Hand (bzw. Körper), i.d.R. zeitgleiche Koordination bzw. Technikausführung (nicht erst Stellung einnehmen, dann Handtechnik führen)
  • flüssige Einzeltechnikausführung (keine Zergliederung der Technik/Einzelbewegungen), Betonung liegt auf der eigentlichen Technik-"Ausführungs"-phase
  • Sprung (Kontrolle, sichere Einleitung, Ausführung, Abschluss/Stand; keine Abänderung/ Uminterpretation des Technikablaufs zugunsten des Läufers/der Läuferin)
  • Bewegungsphasen und -gruppen bzw. Sequenzgestaltung (kein robotermäßiges Einzeltechniklaufen); Technikgruppen bzw. -kombinationen (z.B. schnell, zusammengehörig), Intervalle und deren Koordinierung/ausreichende Pausenlänge (aber: keine Unterbrechungsintervalle, der Bewegungsfluß bzw. -ablauf darf nicht unterbrochen sein, kein deutliches Verharren zur Betonung eines zu Ende gegangenen Intervalls) bzw. Übergänge
  • Technik-Einleitungs- (Aushol-, Eröffnungs-) /-Ausführungs- (Haupt-) /-End- (Schluss)phasen; ruhige/langsam-konzentrierte Phasen (Konzentrations-/Atembewegungen), Übergangsphasen, Technik-Gegenzugsphasen, -Arretierungsphasen (keine Rückzugsbewegungen bei trad. Arm-/Handtechniken)
  • Blickrichtung, -einsatz, Eröffnungsblick (Fern-/Nahbereich des Angreifers; Kopfwendungen in Abstimmung mit der Technik flüssig, nicht isoliert, zu schnell, ruck- oder roboterhaft überbetont, quasi als Einheit); Grundsatz: (im allgemeinen) in Lauf- bzw. Technikrichtung (keine Doppel-/Kontrollblicke bei Drehungen/Richtungsänderung [270°])
  • Gihap (orientiert sich an den Formenvorgaben; s.a. A7), deutlich, laut, aggressiv (nicht übertrieben)
  • Kraft, Krafteinsatz, Treffgeschwindigkeit (Fuß: Technik stehen lassen oder zurückziehen; saubere Ausführung steht im Vordergrund), deutliches einrasten, Schnellkraft (Explosiv-/ Startkraft, Brems-/Endkraft)
  • Beschleunigung, Schnelligkeit (Aktionsschnelligkeit), Geschwindigkeit, Energierichtung, Genauigkeit
  • Koordination (nicht abgehackt, übertrieben schnell, sondern harmonisch schnell), Akzentuierung (z.B. bei Doppelfauststößen am Ende, von Sequenzen)
  • Schwerpunkt; kein wippen bzw. hoch-/tiefbewegen im Vortrag, Höhe halten
  • Armkontrolle bei den Fußtechniken, bei den Ständen, Gegenzugbewegungen
  • Genauigkeit, Effizienz, abschließen/halten bzw. Wirkungseindruck der Technik (kein verwischen bei Doppel- bzw. Folgetechniken, z.B. Block/Faust; somit auch keine überhastete oder zu langsame, sondern angemessene Zeitdauer des Formenlaufs)
  • keine zusätzlichen, nicht zur Technik/Form gehörenden Bewegungen, wie z.B. überdeutliche Aushol-, Einleitungs- oder Gegenzugbewegungen (evtl. sonst umständliche Ausführung, Show, unnütze Zusatztechnik), Fallenlassen der Arme zwischen Techniken, Kreisbewegungen, überdeutliche und offene Greifbewegungen (in den Formen nur symbolisch zu interpretieren, nicht als eigene Techniken, entfallen weitgehend); Schwungholen durch Beinrückzug, Anheben der Füße/des Körpers am Beginn/Ende der Form; keine absichtlich-überdeutliche Klatsch("pyojek")geräusche.

Rhythmus

  • Flüssigkeit, Koordination zwischen Fuß- und Handsequenzen
  • hohe Dynamik (als Einsatz der Kraft)
  • Einzel- und Kombinationstechniken
  • Differenzierung, schnell/langsam, energisch/ruhig, weich/hart (deutliches herausstellen von dynamischen, betont langsamen Teilen)
  • Spannung/Entspannung
  • Timing, Tempo
  • rhythmisch-intervallmäßiger Lauf (nicht nur die einzelnen Techniken unrhythmisch aneinander reihen bzw. kein schnelles herunterlaufen, pures abspulen der Form)
  • harmonisch-einheitlicher Lauf, natürliche, rhythmisch-fließende Bewegungen und Verbindungen (keine deutlichen Unterbrechungen, Techniken unverzüglich weiterführen)

Profil

  • Konstitution/Verfassung
  • Alter, konditionelle Faktoren
  • Geschlecht
  • Atmung (hörbar, aber nicht betont laut; kein anhalten und durchlaufen; keine ständige Pressatmung)

Diagramm

  • Erreichen des Anfangs-/Ausgangspunktes (Anfangsstand entspricht Endstand; keine Blick-abweichungen am Ende zur Punktkontrolle; Anzugsbein)
  • Ablauf (Fußanzug; keine zusätzlichen Ausgleichsbewegungen bzw. -schritte, auch in der Größenrelation)
  • Beherrschung der korrekten Laufrichtungen, Orientierung im Raum

Sonstige

  • Konzentration, Geisteshaltung, Geisteseinstellung, Gesichtsausdruck (Bewegung zeigen, nicht verbissen, -kniffen, unbeteiligt, gleichförmig, -mütig)
  • Blick (Ausdruck; Kampf gegen Feind; Augen sollen "blinken", dies signalisieren/zum Ausdruck bringen; nicht lächeln)
  • Psyche, hellwach sein, geistige Sammlung/Anspannung, Aufmerksamkeit (imaginärer Gegner), Ausführende/r weiß um den Zweck der Technik
  • Körpergleichgewicht (sicher, störungs-, unruhefrei, insbes. bei Einbeinständen), Balance (kein zittern, keine Standkorrektur), Oberkörperhaltung (keine Rückenlage), Hüfteinsatz
  • Körperbeherrschung, -haltung (z.B. kein Hohlkreuz, Neigung nach vorne), ruhige Führung des Körpers (keine Unruhe in der Oberkörperlängsachse), -kontrolle, -drehungen, Disziplin
  • Körperspannung (nicht nur auf die Ausführung der Armtechniken bezogen, sondern insgesamt), konstante, durchgängige Technik-/Körperspannung (dabei aber keine Verkrampfung/ Ermüdung durch ständige überzogene Körperspannung, Tempo berücksichtigen)
  • Kondition (Ausdauer/Kontrolle über/keine Ermüdungserscheinungen, nicht nachlassend; Gelenkigkeit/Flexibilität)
  • Geschmeidigkeit, Einsatzkontrolle über die Körpermasse (kein zittern durch übermäßigen Krafteinsatz)
  • beachten der Körpergrenzen (kein überziehen von insbes. Blocktechniken, z.B. gawi-makki) und der Körpergröße (Tritttechniken)
  • Höhepunkte, Akzente, Kampfgebilde

Synchronlauf/Paarlauf

  • Techniksynchronisation, in einem Guss
  • diszipliniertes und sportliches Verhalten
  • bestimmend, siegessicher
  • Auftritt, Vorbereitung, Aufmarsch nicht (zu) militärisch, Team als Einheit
  • Abstand zueinander (gleichbleibend, nicht enger, weiter werdend)
  • Disziplin im Lauf (aber nicht militärisch; Hände dürfen nicht auf die Beine z.B. als Taktzeichen schlagen)
  • Winkelübereinstimmung der Techniken, insbes. der Kicks
  • Ausführung der Technik, Präzision
  • konstanter Blick, einheitliche Kopfwendungen
  • Rhythmik (keine Taktvorgabe durch Pressatmung o. Ä.; kein eintöniger Takt, keine Gleichförmigkeit), sijak zu Beginn ist möglich


II) Informationen

1. Technik-Beschreibungen

...


2. Wertung

Die WettkämpferInnen und ihre Läufe sind neutral und objektiv im Rahmen der WOP-Regeln zu bewerten. Die eigene Vorstellung, wie eine Form oder eine einzelne Technik auszusehen hat, ist nicht als Maßstab zu nehmen. Unterschiedliche Technikinterpretationen in der Art der Ausführung (z.B. wo die Technik angesetzt wird) sind möglich. Die Einstellung: "Ich kenne die Technikausführung nicht, also wird sie negativ bepunktet", ist grundsätzlich falsch. Bei der Beurteilung der Vorführung sollen zunächst der allgemeine Eindruck und die positiven Elemente gewürdigt werden. D.h. sich nicht auf einen Fehler stürzen, der die übrige Beurteilung der Form überlagert und deswegen die Darbietung runterpunkten. Also: positive Betrachtungsweise geht vor negativer. Hierzu gehört auch, dass keine Gestik bzw. Mimik des Missfallens, der Skepsis, des Gefallens oder der Zustimmung gezeigt werden darf (weder während des Einsatzes als KG-Mitglied noch später in Gesprächen insbesondere gegenüber Außenstehenden). Eine Bevorzugung von LäuferInnen durch hochpunkten bzw. eine Benachteiligung von LäuferInnen durch runterpunkten entspricht absolut nicht dem Fairplay-Anspruch (und muss zu entsprechenden Konsequenzen führen).

"Bekannte Namen" sind nicht mit "anderen Augen" zu sehen, d.h. diese StarterInnen dürfen nicht automatisch höher bewertet werden als andere TeilnehmerInnen. Auch hier muss die objektive Leistung den Ausschlag geben. Die Darbietung kann besser, gleich gut oder weniger gut sein als andere Vorträge. Ist die Leistung, egal bei wem, aber topp, dann soll, ja muss diese durch eine dementsprechende Einordnung innerhalb des Bewertungsschlüssels gewürdigt werden. Das kann bei einem Spitzenlauf - egal in welchem Durchgang - auch eine 10.0 sein (weil diese Leistung an dem gegebenen Wettkampftag ein Optimum darstellt und nicht an einer theoretischen und damit unerreichbaren Fantasieleistung gemessen wird).

Im Idealfall geben alle 7 Punktrichter innerhalb einer Bewertungsklasse jeweils die gleiche oder eine annähernd gleiche Wertung. Bei zu unterschiedlicher Wertung (z.B. ein ganzer Punkt/Bewertungsklasse Unterschied) wissen die LäuferInnen nicht, woran sie sind bzw. was die Wertungsrichter denn nun sehen wollen! Es sollte nicht vorkommen, dass ein und dieselbe Darbietung mit unterschiedlichen Bewertungsklassen bedacht werden (bspw. gute - 8.2 - und gleichzeitig sehr gute - 9.2 - Leistung bzw. Bewertung). Das setzt voraus, dass die Läufe einheitlich in das Bewertungsschema ( Bewertungsschlüssel/Bewertungsklassen i.d.R. ausreichende bis hervorragende Leistung, s. WOP 11.4) eingeordnet werden! Zu vermeiden sind deshalb Punktunterschiede von 0,4 - 0,6 oder, gravierender, noch mehr Punkte.

Die einzelnen Klassen sind für sich zu bewerten (keine/n klassenübergreifende/n Bewertung/ Vergleich), d.h. auch unsere älteren Sportkameraden und -kameradinnen dürfen ruhig hoch bewertet werden.

Zu berücksichtigen ist fernerhin, dass aufgrund der Körperstatur kleinere gegenüber größeren StarterInnen (biomechanisch unterschiedlichen Gegebenheiten) mit ihrem Ausdrucksvermögen (wirken u.U. dadurch schneller, kraftvoller, harmonischer) möglicherweise einen Vorteil haben. D.h. größere StarterInnen sollten deswegen bei gleichen Leistungsvoraussetzungen keinen Nachteil haben.

Zur Einschätzung bzw. Bewertung des Gesamteindrucks ist ein immer genaueres Hinschauen und Unterscheiden erforderlich, da SpitzenläuferInnen aufgrund professionellen Trainings und somit hohen Leistungssteigerungen kaum noch voneinander differieren, d.h. die Leistungsdichte wird immer enger.


3. Technik

Die gezeigte Form soll als "Kampf" erkennbar sein, d.h. eine Demonstration von Krafteinsatz und Schnelligkeit in der Technik muss vorhanden sein.

Der Poomselauf ist ein Kampf gegen einen Feind, ähnlich wie beim Kyorugi mit Punktgebung, nur eben alleine. Ein kämpferischer/aggressiver Gesamteindruck soll bei der Darbietung rübergebracht werden und sich dementsprechend auch in der Mimik ausdrücken. Der Siegeswille ist erkennbar durch Entschlossenheit, Konzentration und Hellwachsein, Balance und Disziplin. Dazu kommt überzeugende Effizienz, exakte Koordinierung der Techniken, hohe Dynamik und deutliches Einrasten der Techniken. Jede Bewegung ist automatisiert (eine natürliche Bewegung, nicht denken und überlegen). Betont laute Atemgeräusche sind nicht zu vernehmen. Die Kampfschreie sollen laut und aggressiv sein.

Erwartet werden klare Angriffe, klare Abwehren sowie klare Stände (die Stellungen werden gut gestanden, die Stellungswechsel sind gut koordiniert).

Bevorzugt werden: rhythmisch-intervallmäßige und dynamische Vorträge (nicht übertrieben und ohne Unterbrechungsintervalle. Die Flüssigkeit der Darbietung muss erhalten bleiben).

Das Timing ist, ähnlich wie im Wettkampf, wichtig. Sinnvolle und passende Technik-Kombinationen bzw. -intervalle innerhalb der Form sollen entsprechend dargeboten werden, d.h. schnell und zusammengehörend, z.B. Doppelfauststöße maximal schnell und explosiv (nicht langsam Technik für Technik, keine Intervallblöcke mit Pausen, sondern flüssiges laufen). Durch Sequenzen und setzen von Höhepunkten sowie Akzenten soll ein "Kampfgebilde" entstehen. Das bloße herunter laufen einer Form bzw. ein ausschließliches aneinander reihen von Einzeltechniken (und wenn sie noch so kraftvoll gezeigt werden) entspricht vergleichsweise nicht den geforderten Ansprüchen. Kraftvoll heißt: nicht pure Kraft, sondern Schnelligkeit und Dynamik in der Ausführung. Bei ansonsten gleicher Darbietung ist der Dynamikstil dem reinen Kraftstil gegenüber vorrangig zu bewerten.

Beim Paar- und Synchronlauf ist auf Synchronismus als weiteres Hauptbewertungskriterium - neben den anderen Kriterien (s. WOP 11.3) - deutlich zu achten. Eine "schwierige Aufstellung" kann nicht das Synchronismuserfordernis aufheben. Das Kommando "sijak" zu Anfang ist erlaubt.

Erwartet werden nachvollziehbar klare, deutliche und exakte Techniken (verwechslungsfrei):

Z.B. ein Block (makki) ist kein Schlag/Stoß (chigi); ein Kick (chagi) ist kein Pushstoß (milgi). Oder am Beispiel "santul-makki": dies ist ein Block mit den Unterarmen, also keine Ellenbogen-, Faust- oder sonstige Schläge. D.h. also, die Ausführung der Techniken müssen verwechslungsfrei erfolgen.

Schnelle Techniken müssen schnell kommen: z.B. ein "arae-makki" muss schnell und kraftvoll geführt werden. Sieht die Technikvorgabe langsam/konzentriert vor, so müssen diese Bewegungen dementspechend deutlich dynamisch dargeboten bzw. herausgestellt werden.

Zusätzliche Bewegungen (z.B. Kreisbewegungen, Show o. Ä.) haben in einer Form nichts zu suchen. Nur diejenigen Bewegungen sind relevant, die zur Ausführung der Technik notwendig sind. Hierunter fallen auch überdeutliche Gegenzug- bzw. Ausholbewegungen (z.B. vor aufeinander folgenden Doppelfauststößen, hier besteht die Gefahr von Dreifachfauststößen). Abzuwägen bleibt aber das unter E2, Wertung, erster Absatz, Ausgeführte.

Die Ansage der Form erfolgt vor der Einnahme von "junbi-sogi".

Die Blickrichtung erfolgt i.d.R. in Laufrichtung, nicht isoliert bzw. getrennt von der auszuführenden Technik, sondern mit ihr gleichsam verbunden (ggf. eine Idee früher als die Technik). Der Blick, die Stellung, die Technik ergeben mittels einer fließenden Bewegung eine Einheit (z.B. bei der Eröffnung, bei Wendungen, insbes. bei 270°-Wendungen kein Doppelblick).

Nicht erwünscht ist: Technikdemonstrationen z.B. durch Überkopf-/Spagattritte und/oder die Technik stehen lassen. Wippen - auf und ab - beim Vortrag (die Höhe muss gehalten werden). Und eben keine Showtechniken.


4. Punktvergabe

Das Wertungslimit (Orientierungslinie bzw. Einordnungsgrenze) sollte i.d.R. bei Deutschen Meisterschaften bei 8.1 (sehr gute Leistung) liegen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die WettkämpferInnen auf einer Deutschen Meisterschaft eine ordentliche Leistung zeigen. Es kann also erwartet werden, dass überwiegend Darbietungen der Bewertungsklassen sehr gute Leistung (8.1 - 9.0 Punkte) und hervorragende Leistung (9.1. - 10.0 Punkte) kommen werden. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, dann liegen entsprechende Formenvorträge unter dem 8.1-Limit (oder auch deutlich darunter!). Wichtig ist auf jeden Fall die richtige Einordnung in eine Bewertungsklasse (s. auch das unter E2, Wertung, vierter Absatz, Ausgeführte) bzw. der Mut und die Konsequenz, die TeilnehmerInnen in einen unteren, mittleren und oberen Bereich einzureihen.

Die Punktespannbreite von 6.0 - 10.0 ist selbstverständlich im Bedarfsfalle auszureizen. Innerhalb der Bewertungsklassen ist zu differenzieren, wobei darauf zu achten ist, nicht einer Punktgebungstendenz "zur Mitte hin" zu unterliegen.

Ebenso ist auf weitere mögliche "Phänomene" zu achten und diese zu vermeiden: Die ersten LäuferInnen einer Klasse erhalten eine geringe Punktzahl, die mittleren LäuferInnen bessere Punktzahlen und die nachfolgenden wiederum eine bessere Wertung als die Vorausgegangenen.
Nach einem "schlechten" Lauf kommt ein "guter" Lauf, wobei dann der "gute" Lauf "schlecht" bewertet wird (und umgekehrt).
Höhere Formen werden - automatisch - höher bewertet (Farbgurte sind nicht von vornherein schlechter als Schwarzgurte zu bewerten; die gezeigte Leistung ist ausschlaggebend).
Bisher erreichte Punktestände beeinflussen die Bewertung der nachfolgenden Durchgänge (insbes. im Endlauf) "negativ oder positiv".


5. Zum Nachlesen und -schauen


  • www.taekwondo-homepage.de | Medien | Taekwondo-Literatur
    mit der Möglichkeit, Taekwondo-Bücher online zu bestellen

  • Trainingskonzeption für Taekwondo Poomse-Wettkampf,
    von Jens Bolduan, BTU

  • Rahmentrainingskonzeption,
    von Hans Vogel, NTU

  • Anforderungsprofil Taekwondo-Wettkampf Formen,
    von Hans Vogel, NTU

  • Poomse, Lern- und Vortragshilfen,
    von Hans Vogel, NTU

  • Formenwissen für Kampfrichter
    u.a., Lern- und Lehrheft für die Einsatzpraxis auf Technik-Meisterschaften,
    von Werner Schuldes, BTU


(Offizielle Wettkampfordnung für Poomse der DTU vom Juli 1999)

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Zuletzt aktualisiert: Freitag, 25. Februar 2005, 18:58:42 Uhr